Das Musée National de l’Automobile – Collection Schlumpf (auf Deutsch: Nationales Automobilmuseum – Sammlung Schlumpf) befindet sich in Mulhouse im Département Haut-Rhin, Grand Est, Frankreich und ist mit einer Ausstellungsfläche von 25.000 m², davon 17.000 m² in einer einzigen riesigen Halle, das größte Automobilmuseum der Welt. Die Sammlung wurde von den Brüdern Hans und Fritz Schlumpf aufgebaut, deren Privatstiftung die meisten Exponate nach Mulhouse transferierte, nachdem die Sammlung ursprünglich im Elsass beheimatet war.
Der Umfang der Sammlung umfasst über 400 Fahrzeuge aus verschiedenen Epochen der Automobilgeschichte. Der Schwerpunkt liegt auf französischen Marken wie Bugatti, Delahaye und Talbot-Lago, ergänzt durch bedeutende europäische Klassiker. Die Ausstellung präsentiert echte Raritäten, Sport- und Grand-Tourer-Fahrzeuge, Rennwagen und außergewöhnliche Prototypen. Besonders hervorgehoben werden Bugatti-Modelle (hiervon gibt es über 100 Stück zu bewundern)und Delahayes, die oft als Beispiel für die „Kunst am Auto“ stehen und die Leidenschaft der Schlumpf-Brüder widerspiegeln.
Die italienischen Brüder Schlumpf erschufen in den 1930er Jahren ein wahres Textilimperium. In seiner Freizeit trug Fritz Schlumpf in der Fabrik in Mulhouse eine große Sammlung an automobilen Schmuckstücken zusammen, die er restaurieren ließ. Im Jahr 1976 kam die Textilindustrie allmählich zum Erliegen, also mussten die Brüder Schlumpf ihre Fabriken verkaufen und flohen in die Schweiz. 1977 fanden die Gewerkschafter die Sammlung, die ein Jahr später zum historischen Denkmal Frankreichs erklärt wurde.
Sobald Sie ankommen, können Sie den Eingang des Museums bewundern, indem Sie die Fußgängerbrücke über den Kanal überqueren. Dieser wurde 2006 von Studio Milou entworfen und kombiniert Glas und Stahl, dekoriert mit aufgehängten Autos. Im Bereich „Aventure automobile“ wird die Geschichte des Automobils von 1878 bis heute anhand von 243 Autos dargestellt. Die 600 Straßenlaternen, identisch mit denen der Brücke Alexandre III in Paris, wurden auf Wunsch von Fritz Schlumpf entworfen. Der Bereich „Autorennen“ bringt Sie mit emblematischen Sportmodellen an die Startlinie. Dank des Dekors und der Soundeffekte können Sie voll und ganz eintauchen.
Der Bereich „Chefs-d’Oeuvre“ versammelt 80 der schönsten Autos aus den 1930er Jahren. Sie können zwei prestigeträchtige Bugatti Royale des Typs 41 bewundern, darunter das Napoleon-Coupé, das Ettore Bugatti gehörte.
Das Autodrom ist ein echtes Freilufttheater, das aus drei Ringen besteht und auf den Zuschauerrängen bis zu 4500 Personen aufnehmen kann. Es werden regelmäßig Shows, Animationen und Autoparaden angeboten. 30 Autos können auf dem nicht überdachten Fahrerlager parken und das Clubhaus mit Garage bietet Sammlerclubs und Vereinen die Möglichkeit sich zu treffen.
Eine Sammlung von Maskottchen – die Figuren, die die Kühlerdeckel von Autos schmücken – wird als Einführung in die Ausstellung präsentiert. So können Sie zum Beispiel den berühmten Spirit of Ecstasy von Rolls Royce finden, aber auch andere einzigartige Modelle. Die Sammlung Jammet ist eine prächtige Autosammlung von Kinderfahrzeugen, die Groß und Klein immer wieder in Staunen versetzt.
Öffnungszeiten und Zugang variieren je nach Ausstellung. Es empfiehlt sich, die offizielle Website www.musee-automobile.fr zu besuchen, um aktuelle Informationen, Sonderausstellungen und Führungen zu erfahren. Besucher sollten ausreichend Zeit einplanen und eventuell geführte Touren oder Audioguides nutzen, um zusätzliche Hintergrundinfos zu erhalten.

























